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LPR zeichnet sieben Preisträger mit dem Fördepreis für Offene Kanäle 2003 aus

Die Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter (LPR) Rheinland-Pfalz hat am Samstag, 20. März 2004, im Rahmen des zweiten „Tages der Offenen Kanäle“ für Rheinland-Pfalz die Preisträger des Förderpreises für besonders auszeichnungswürdige Beiträge in Offenen Kanälen 2003 im Ostasieninstitut in Ludwigshafen ausgezeichnet. Insgesamt wurden Geldpreise im Wert von 5.000 Euro vergeben.

Manfred Helmes, Direktor der LPR, lobte das Engagement der Produzenten und freute sich, dass der OK-Förderpreis zu einer festen Institution im Bereich der Bürgermedien in Rheinland-Pfalz geworden ist. „Ich hoffe, dass vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung medienpraktischer Arbeit für eine kompetente Medienerziehung die-ses Engagement unverändert anhält und noch weiter wächst.“ Helmes vergab darüber hinaus vier Preise für die Offenen Kanäle Trier, Wittlich, Ludwigshafen und Neuwied, aus deren Mitte auch die Preisträger stammen.

Der Vorsitzende der OK-Jury, Günter Gremp, zeigte sich erfreut über das ungebrochene Interesse nicht nur bei den Teilnehmern und Preisträgern, wie auch die Preisverleihung insgesamt gezeigt habe. Das rege Interesse an diesem Wettbewerb und die Qualität der Beiträge stünden stellvertretend für die deutlich erkennbare Verankerung der Offenen Kanäle in der rheinland-pfälzischen Medienlandschaft.

Bereits zum zwölften Mal hat die LPR den OK-Förderpreis verliehen. Prämiert wurden Fernsehbeiträge aus den Offenen Kanälen (OK) in Rheinland-Pfalz. Mit der Rekordzahl von 86 Beiträgen haben sich Produzenten und Produzententeams aus ganz Rheinland-Pfalz am Förderpreis Begegnungen – Portraits – Profile beteiligt. Die 6-köpfige Jury, bestehend aus

– Heidi Neyses, Deutscher Journalistenverband LV Rheinland-Pfalz
– Dr. Ingeborg Nikitopoulos, Ausländische Arbeitnehmer und ihre Familienangehörigen
– Ruth Scherer, Arbeitsgemeinschaft der IHK’s in Rheinland-Pfalz
– Günter Gremp, Vorsitzender der OK-Jury, Katholische Bistümer in Rheinland-Pfalz
– Hans Otto Lohrengel, Verbände aus den Bereichen Kunst und Kultur
– Dr. Rüdeger Schlaga, Landeszentrale für politische Bildung

wählte aus den 86 Einsendungen sieben Beiträge zur Prämierung aus, wobei drei Beiträge einen Sonderpreis zum Thema Videoarbeit mit und für behinderte Menschen erhielten. Die Auswahlkriterien bezogen sich auf den Zugang zum Wettbewerbsthema, den Blickwinkel, die Idee und Umsetzung sowie die Kreativität.

Die Preisträger und ihre Beiträge sind:

Thema BegegnungenPortraits – Profile

Es wurden zwei 1. Preise á 900 Euro vergeben:
Eric Nohl (Offener Kanal Ludwigshafen) „Die Claretiner und der Dreifaltigkeitsberg“
Ein Beitrag, der von seiner Anlage und Qualität durchaus in den renommierten Reihen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, wie z. B. Land und Leute oder Unter unserem Himmel, gesendet werden könnte. Hier passen Bild, Text und Ton immer überein und geben ein umfassendes Portrait des Dreifaltigkeitsberges mit seiner Klosterkirche, den dort lebenden Patres und der Bewohner rund um den Berg in der Schwäbischen Alb. Ein insgesamt gekonntes und kompetent kommentiertes Video.

Joel Hess (Offener Kanal Trier) „Ab ins Heim“
Dieser sensible Film portraitiert einen jungen Mann, der im Jugendhilfezentrum auf dem Helenenberg bei Trier lebt. Dadurch wird auch dieses Heim mit all seinen Möglichkeiten für junge Menschen vorgestellt. Dem Autor gelingt es trotz dieser vom Thema her schweren Kost, ein sensibles Bild zu zeichnen, das deshalb auch nie exhibitionistisch daher kommt. Eine Arbeit, die sich in Herangehensweise und Qualität wohltuend von den oft denunziatorischen Beiträgen zu dieser Themengruppe hervorhebt.

2. Preis
Achim Wendel (Offener Kanal Wittlich) „Sprechanlage“
Ein bemerkenswerter Kurzfilm, der die Begegnung von Vater und Tochter bei ihrem Versuch zeigt, aufeinander zuzugehen. In Aufnahme und Schnitt gekonntwird eine „Sprechanlage“ zum Sinnbild fehlender und missverständlicher Kommunikation. So zeigt der Film im Verlauf der Handlungen vier Menschen, die zwar die ANLAGE haben zu SPRECHEN, jedoch nicht miteinander kommunizieren.

3. Preis
Peter Friesenhahn (Offener Kanal Trier) „Die Imbissecke“
Ein wunderbares Portrait, das von der eigenen Note des Autors lebt, die er durch seinen informativ und natürlich gesprochenen Kommentar erzielt. Der Beitrag berichtet über einen Imbiss, den Schwierigkeiten der Pächter mit den überschwemmungen der Mosel und den manchmal wenig nachvollziehbaren Vorgaben der Behörden. Der Autor begleitet mit der Kamera die Menschen, die diesen Imbiss das ganze Jahr hindurch nutzen. Kurz: Unspektakulär und unaufgeregt, kompakt und informativ: immer interessant.

Die drei Sonderpreise Videoproduktionen für und mit behinderten Menschen wurden mit je 250 Euro prämiert:

Max Hohnen (Offener Kanal Trier) „Lebenshilfe – Werkstatt Trier das sind wir“
Begleiten Sie uns durch den Tag der Lebenshilfewerkstatt, fordert zu Beginn des Beitrags die Sprecherin auf, und tatsächlich gelingt es den Autoren, die Zuschauer mitzunehmen in diese nicht Jedermann zugängliche Welt. Ausführlich zeigen Angestellte der Lebenshilfewerkstatt mit Hilfe des Autors ihre Einrichtung, so dass ein informatives Selbstportrait entsteht.

Erika Zipf-Bender (Offener Kanal Neuwied) „Freizeitchancen schwerstbehinderter Jugendlicher“
Dieser Beitrag ist der Mitschnitt einer Jahrestagung muskelkranker Kinder und Jugendlicher, wobei die Kamera soweit wie möglich selbständig von einer Teilnehmerin bedient wurde. Eine aufgeweckte Arbeit, die durch die Erkenntnis der Umstände an Wert noch zunimmt: Teilweise schwerstbehinderte Jugendliche haben zum ersten Mal mit der Videokamera gearbeitet, entsprechend ihrer jeweiligen körperlichen Fähigkeiten. Vor der Entstehung des Sendebeitrages gab es unter den Jugendlichen lange Diskussionen über die Bereitschaft, sich vor der Kamera zu zeigen. Teilweise wurde eine Form der Anonymisierung bevorzugt, statt des eigenen Portraits wurde ein bemalter Luftbal-lon aufgezeichnet.

Thomas Staiger und Schüler der Wilhelm-Hubert-Cüppers-Schule (Offener Kanal Trier) „Portrait: Gehörlos sein“
Dieser Filmbeitrag von ehemaligen Schülerinnen und Schülern einer Schule für Gehörlose und Schwerhörige in Trier benutzt Video, um Hören und Nichthören sinnlich erfahrbar zu machen. Der Film entstand aus dem Wunsch heraus, das Alltagsleben und kulturelle Besonderheiten Gehörloser im Vergleich zu Hörenden auch einmal filmisch sichtbar zu machen und aufzuzeigen. Der Film bietet, wie ein Fenster, einen kleinen Einblick in die Welt der Schüler mit ihren Behinderungen. Höhepunkt ist die Bühnenpräsentation von „Jesus Christ Superstar“ in Gebärdensprache.