Iranischer Philosoph zu Gast bei „Zwischen den Zeilen“



Dr. Hamid Reza Yousefi hat schlimme Dinge im Iran/Irak–Krieg erlebt. Angefüllt mit den Erfahrungen dort und denen, die er in seiner Heimat nach dem Krieg macht, entscheidet er sich, sein Heimatland zu verlassen. Er wandert nach Deutschland aus: „Deutschland ist das zivilisierte Land der Dichter und Denker. Da gab es keine Alternative.“

In der Sendung „Zwischen den Zeilen“ erzählt Dr. Yousefi seine Geschichte. Es ist die Geschichte eines Mannes, der erkennt, dass Integration ein schwieriges Unterfangen für beide Parteien ist. Das Leben in einer Parallelgesellschaft gibt er schnell auf und kümmert sich um das Erlernen der deutschen Sprache. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, so seine Erkenntnis „aber es braucht mehr“. Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, mit jeglichen in den Weg geworfenen Steinen umgehen zu lernen sind die Mittel, um die Türen zu öffnen.

In der Figur des Fundamentaltheologen Adolf Kolping findet er seinen Mentor. Kolping nimmt Yousefi unter seine Fittiche und legt die Basis für ein neues Leben: die wissenschaftliche Sprache, das wissenschaftliche Denken und Arbeiten. Ganz von ihm beeindruckt und inspiriert, macht Yousefi sein Abitur und beginnt in Trier mit dem Studium der Philosophie, habilitiert über Gustav Mensching und ist heute im Bereich Interkulturelle Philosophie an der Uni Landau/Sektion Koblenz tätig.

Und damit hat er auch sein Lebensthema gefunden und führt auf nicht religiöser Ebene das fort, was Adolf Kolping ihm eröffnet hat: die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden im Zusammenhang mit der Kultur.

Die aktuelle Ausgabe von „Zwischen den Zeilen“ läuft ab Mittwoch, 30.3., um 17 und um 21 Uhr im Programm von OK54. Außerdem können Sie die Sendung jederzeit in unserer Mediathek sehen:

Seine Geschichte erzählt Hamid Reza Yousefi in seinem biographischen Buch „Dornenfelder“, erschienen im Lau-Verlag.