Nell-Breuning-Preis 2019 für EKD-Vorsitzenden Bedford-Strohm



Der Oswald von Nell-Breuning-Preis geht 2019 an den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Das hat die Jury des Nell-Breuning-Preises unter Vorsitz von Oberbürgermeister Wolfram Leibe entschieden.

Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, würdigt die Geburtsstadt des großen Sozialethikers Owald von Nell-Breuning einerseits die wissenschaftliche Arbeit Bedford-Strohms zu Fragen der Wirtschaftsethik, zum Sozialstaat und zu Gerechtigkeitstheorien sowie andererseits sein engagiertes Streiten in der breiten Öffentlichkeit für mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Europa sowie eine Wirtschaftspolitik aus christlicher Perspektive. Oberbürgermeister Wolfram Leibe: „Die Jury hat eine sehr gute Entscheidung getroffen. Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm gehört zu den profiliertesten Theologen in Deutschland. In Fragen der Gerechtigkeit ist er ein Freund klarer Worte, der auch Konflikte mit der Politik nicht scheut und unbequeme Wahrheiten ausspricht.“

Professor Dr. Heinrich Bedford-Strohm sagt zur Auszeichnung: „Ich freue mich sehr über diesen Preis. Sein Namensgeber Oswald von Nell-Breuning ist einer der Nestoren der Katholischen Soziallehre, die mein Denken schon früh mitgeprägt und ökumenisch bereichert hat. Dass mir der Preis von der Stadt Trier und damit von seiner gesamten Bürgerschaft verliehen wird, freut mich besonders. Denn ich sehe es als besonderen Rückenwind für etwas, das mir in Theologie und Kirche besonders wichtig ist: Kirche darf sich nie hinter ihre eigenen Mauern zurückziehen, sondern sie muss authentische öffentliche Kirche sein und damit den Ruf des Propheten Jeremia antworten: ´Suchet der Stadt Bestes!’“

Als Laudator für die Verleihung des Nell-Breuning-Preises konnte der renommierte Journalist und ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey gewonnen werden. Die Preisverleihung in der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars wird Mitte November stattfinden.

Oswald von Nell-Breuning: Oswald von Nell-Breuning wurde am 8. März 1890 in Trier geboren. Der Jesuitenpater und Nestor der katholischen Soziallehre war unter anderem maßgeblich an der Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ von Papst Pius XI. beteiligt und prägte in den 50er und 60er Jahren die Diskussion über eine zeitgemäße Ausgestaltung des Sozialstaats in Deutschland. 1981 wurde er zum Ehrenbürger Triers ernannt.

Der Nell-Breuning-Preis: Der Oswald von Nell-Breuning-Preis wird seit 2003 alle zwei Jahre von der Stadt Trier vergeben. Er soll die Verbundenheit der Stadt zu ihrem früheren Ehrenbürger dokumentieren, an das Lebenswerk des Jesuitenpaters erinnern und gleichzeitig mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung der Weitergabe seines Vermächtnisses dienen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Jury gehören neben Oberbürgermeister Wolfram Leibe die Vorsitzenden der Trierer Stadtratsfraktionen mit einer Stimme an sowie als Vertreter der Theologischen Fakultät Trier Prof. Dr. Johannes Brantl, als Vertreter der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Trier Prof. em. Dr. Hans Braun sowie als Vertreter der Philosophisch-Theologischen Fakultät der Hochschule Sankt Georgen aus Frankfurt am Main Prof. em. Dr. Josef Schuster.

Bisherige Preisträger waren Paul Kirchhof (2003), Helmut Schmidt (2005), Der päpstliche Rat „Cor Unum“, repräsentiert durch seinen Präsidenten Paul Josef Cordes (2007), Hans-Jochen und Bernhard Vogel (2009), Norbert Blüm (2011), TransFair e.V. (2013), Heiner Geißler (2015) und Franz Müntefering (2017).