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LIVE: Trierer Rede 2026 mit Marina Weisband: Von der Verlockung der Passivität

In diesem Jahr spricht die Publizistin, Psychologin und Expertin für digitale Bildung Marina Weisband zu dem Thema „Von der Verlockung der Passivität“. Ausgehend von einem derzeit weit verbreiteten Phänomen – dem Rückzug ins Private angesichts multipler politischer Krisen – analysiert Weisband die Gefahren dieser Haltung. Passivität, so ihre These, sei nicht weniger problematisch als die politische Radikalisierung. Weltweit arbeiteten autoritäre Kräfte arbeiteten gezielt daran, demokratische Gesellschaften zu entmutigen und das politische Feld zu besetzen. Gleichzeitig zeigt Marina Weisband Wege aus dieser „Entfremdung von der eigenen Gesellschaft“ auf: Selbstwirksamkeit, unmittelbare Hilfe und kommunales Engagement. In ihrem Vortrag führt sie in die psychologischen Hintergründe von politischer Resignation ein und gibt konkrete Anregungen, wie es gerade in schwierigen Zeiten gelingen kann, wieder ins Hoffen und Handeln zu kommen.

Marina Weisband, geboren 1987 in der Ukraine, ist Diplom-Psychologin sowie Expertin für digitale Partizipation und politische Bildung. Von 2011 bis 2012 war sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland; heute engagiert sie sich bei Bündnis 90/Die Grünen zu den Themen Digitalisierung und Bildung. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, darunter „Frag uns doch – Ein Jude und eine Jüdin erzählen aus ihrem Leben“ (2020, mit Eliyah Havemann) sowie „Die neue Schule der Demokratie“ (2024). „Demokratie braucht Partizipation.

Mit Marina Weisband kommt eine leidenschaftliche politische Person zur Trierer Rede. Sie verbindet in ihrem Beitrag psychologische Tiefe mit politischer Klarheit. Ihre Analyse der gesellschaftlichen Passivität trifft einen wunden Punkt – und macht zugleich Mut, demokratisches Engagement neu zu denken“, betont Kulturdezernent Markus Nöhl. „Ich freue mich sehr auf einen Vortrag, der nicht nur analysiert, sondern Handlungsräume eröffnet – ganz im Sinne eines lebendigen Marx-Diskurses.“